Wallenstein. II. - Alfred Döblin
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Avis sur Wallenstein. Ii. Format Broché - Livre
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Présentation Wallenstein. Ii. Format Broché
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Résumé :
Durch die beiden Kristallfenster der sch?nen und reichen Kapelle zu M?nchen in der Residenz schien die rote Wintersonne. Das schmale Gew?lbe, wei?er polierter Gips, nahm purpurne Flecken und Linien an, als w?rde es angehaucht. ?ber dem Pflaster von Jaspis und Achat auf Kniest?hlen der bayrische Hof, spanische Kost?me, gesenkte Schultern, niedergedr?ckte K?pfe, grauhaarig, wei?e Per?cken, dunkle gez?gelte Locken. Auf der Kanzel zur Linken des gro?en Silberaltars mit den Reliquien und dem reitenden Ritter Georg ? golden, drei Federb?sche am Helm mit Diamanten, Rubinen, Smaragden ? sprach in schwarzem geschlossenen Jesuitenrock ein langer glut?ugiger Priester; seine Arme fuhren, ohne da? sie es sahen, ?ber sie weg in der drohenden Erregung: ?Es ist eher erlaubt, Gott zu hassen als zu lieben. Denn Gott steht uns zu fern, zu hoch; es ist eine S?nde, sich ihm zu nahen, selbst in Gedanken. Zu wagen, ihn zu lieben, wie dieses und jenes aus dem Alltag, ihn beh?ngen mit Putz Juwelen und Gold, ihm zarte Gef?hle darzubringen: das hei?t, ihn erniedrigen. Es ist das Vergehen einer Beleidigung der G?ttlichkeit. Kriechen vor ihm, ihm ausweichen, ja ihm grollen: das mag einem Menschen gut anstehen. Ihr habt schon Gott verleugnet in dem Augenblick, wo ihr ihn nicht f?rchtet. Er hat euch keine Freundlichkeit gegen sich erlaubt, ist nicht euer Vater, eure Mutter, euer Buhle, euer Herzensbruder. Er ist nicht einmal euer K?nig und F?rst, er lehnt es ab, euer Richter zu sein; sein Gericht ist euch nicht zug?nglich; er vollzieht es, wann er will und gegen wen er will. Es l??t sich nicht fassen und erforschen, wer er ist, und darum hei?t es nur, Grauen vor ihm empfinden ? und so habt ihr getan, was Menschenpflicht ist.
Biographie:
Bruno Alfred D?blin (* 10. August 1878 in Stettin; ? 26. Juni 1957 in Emmendingen) war ein deutscher Psychiater und Schriftsteller. Sein episches Werk umfasst mehrere Romane, Novellen und Erz?hlungen, daneben verfasste er unter dem Pseudonym Linke Poot satirische Essays und Polemiken. Als f?hrender Expressionist und Wegbereiter der literarischen Moderne in Deutschland integrierte D?blin fr?h das H?rspiel und Drehbuch in seinem Werk. 1920 ver?ffentlichte er den historischen Roman Wallenstein. Dar?ber hinaus setzte D?blin als avantgardistischer Romantheoretiker mit den Schriften An Romanautoren und ihre Kritiker. Berliner Programm, Bemerkungen zum Roman und Der Bau des epischen Werks zahlreiche Impulse in der erz?hlenden Prosa frei.[1] Sein weitaus am st?rksten rezipierter Roman ist Berlin Alexanderplatz.